Nachdem die Gemeinde Großenkneten das Interesse, auch eine internationale Partnerschaft mit einer osteuropäischen Gemeinde einzugehen, bereits verschiedentlich bekundet hatte, entstand der erste Kontakt zu der Gemeinde Supraśl / Polen über ein Partnerschaftsgesuch, welches die Gemeinde Supraśl in der Zeitschrift “Stadt und Gemeinde” aufgegeben hatte.
Die erste Korrespondenz wurde 1996 geführt, um zunächst einmal die strukturellen Daten abzugleichen.
Die Stadt Supraśl liegt in der Wojewodschaft Bialystock, Nordt-Ost-Polen, und ist ca. 15 km von Bialystock entfernt.
Nachdem die Gemeinde Supraśl ebenfalls ein starkes Interesse an einer internationalen Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Großenkneten bekundet hatte, lud die damalige Bürgermeisterin, Frau Iwona Rojecewicz, zu einem persönlichen Kennenlernen nach Supraśl ein. Es sollten zunächst einmal die Möglichkeiten einer Partnerschaft persönlich besprochen und besonders beratschlagt werden, wie die Städtepartnerschaft mit Leben gefüllt werden könne. Bürgermeister Heinsen und Gemeindedirektor Bernasko machten sich am 03.08.1997 auf die 1.250 km lange Reise nach Supraśl. Neben Gesprächen mit dem Stadtpräsidium und dem Vorsitzenden des Stadtrates wurde den Vertretern aus Großenkneten alles Wissenswerte und Sehenswerte aus Supraśl erklärt und gezeigt. Es wurde deutlich, dass es der Wunsch auf polnischer Seite war, von der Organisationsfähigkeit, Gründlichkeit und Ordnungsliebe der Deutschen zu lernen. Nach der Rückkehr stand fest, dass in naher Zukunft auch eine Delegation aus Supraśl die Gemeinde Großenkneten besuchen sollte.
Auf Einladung der Gemeinde Großenkneten war ein Gegenbesuch für den 03.-05.04.1998 vorgesehen. Die Gemeinde Supraśl hatte sich mit einer 4-köpfigen Delegation angemeldet. Darunter Frau Bürgermeisterin Iwona Rojecewciz, Herr Jan Gorlwski (Ratsvorsitzender), Herr Tomasz Oldytowski (Ratsmitglied) und Herr Marek Szutko (Dolmetscher). Seitens der Gemeinde Großenkneten nahmen neben dem Bürgermeister und Gemeindedirektor auch die stellv. Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden teil.
Das Programm sah neben allgemeinen Gesprächen über die Realisierung der Partnerschaft auch Besuche und Vorträge über Einrichtungen und Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Großenkneten vor. Bürgermeister Heinsen stellte während des Besuchs zufrieden fest: "Die Chemie stimmt".
Um das partnerschaftliche Verhältnis weiter auszubauen, unterzeichneten Bürgermeisterin Iwona Rojcewicz und Bürgermeister Heinz Heinsen sowie Supraśls Ratsvorsitzender Jan Gorlowski und Gemeindedirektor Volker Bernasko eine von der polnischen Delegation vorbereitete Verständigungserklärung. Mit dieser soll die Zusammenarbeit der Partner in den Bereichen Kultur und Kunst, Sport und Tourismus, Bildung und Erziehung sowie der Wirtschaft vorangebracht und intensiviert werden. Die beiden Gemeinden verpflichten sich außerdem, die Kontakte und die Zusammenarbeit von Bürgern und Organisationen zu fördern.
Die unterzeichnete Verständigungserklärung musste nun noch von den Gemeinderäten beider Kommunen ratifiziert werden. Der Rat der Gemeinde Großenkneten hat in seiner Sitzung am 22.06.1998 die Ratifizierung der Verständigungserklärung über die Aufnahme der Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Supraśl und der Gemeinde Großenkneten vom 04.04.1998 beschlossen. “Die Schranken in den Köpfen müssen fallen”, erklärte Bürgermeister Heinsen während der Ratssitzung. Mit einem einstimmigen Beschluss des Rates ist eine Vereinbarung getroffen worden, die zur Schaffung einer mitteleuropäischen Identität beiträgt. Auf der Gegenseite wurde der Verständigungserklärung in der Sitzung des Stadt- und Gemeinderates der Stadt Supraśl am 17.06.1998 mit einem eindeutigen Votum zugestimmt. Nach gegenseitiger Unterzeichnung der Verträge wurden sie ausgetauscht.
Nachdem die Rahmenbedingungen für eine funktionierende Städtepartnerschaft durch Legitimation der Verständigungserklärung beider Gemeindeparlamente erfolgreich geschaffen wurden, sollte nun das Abkommen mit Leben erfüllt werden. Vorangetrieben werden sollte zunächst die Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur und Kunst, Sport und Tourismus, Bildung und Erziehung sowie der Wirtschaft.
Seither werden die partnerschaftlichen Beziehungen durch eine Reihe von Austauschmaßnahmen und Veranstaltungen auf beiden Seiten aufgebaut.
Insbesondere die Schüler-Austauschfahrten haben sich inzwischen zu festen Einrichtungen entwickelt.